Zitat (Teil 4 ab 5.20 min.) von Mathias Döpfner (Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG):
„Tony Blair hat, das ist zwar alles andere als populistisch, übrigens in einer wie ich finde vorbildlich demokratischen Weise gesagt*, ich stehe hier, ich kann nicht anders, ich bin davon überzeugt, dass diese Auseinandersetzung im Irak geführt werden muss und hat weite Teile der Bevölkerung die dagegen waren und weite Teile der eigenen Partei, die dagegen waren versucht davon zu überzeugen, das ist für mich Demokratie. Ob man in einer Einzelposition übereinstimmt oder nicht, ist eine andere Frage. Aber es zeigt, dass man auch anders kann.“
Jürgen Flimm:
“Das ist ein gutes Beispiel. Gutes Beispiel.“
Man muss Jürgen Flimm Recht gegen, in den Punkt, dass dies ein gutes Beispiel ist (aber anders als er es gemeint hat). Man fragt sich was das für ein Demokratieverständnis Döpfner hat, wenn man es für demokratisch hält, dass Einer bzw. Wenige seinen bzw. ihren Willen gegen die Mehrheit durchsetzt. *Das der Irakkrieg unter gelogenen Vorraussetzungen geführt wurde (es wurde behauptet der Irak besäße Massenvernichtungswaffen, was sich als gelogen herausstellte), muss wohl nicht weiter ausgeführt werden. Auch die Behauptung wir müssten unsere Sicherheit am Hindukusch verteidigen ist gelogen, es gab/gibt nur wirtschaftliche Gründe für den Irakkrieg und den Afghanistaneinsatz.
Was heißt Demokratie?
Demokratie heißt, dass die Macht vom Volke ausgeht. Politiker (die Stellvertreter des Volkes) sind dazu da den Willen des Volkes zu erfüllen und nicht den von ein paar Lobbiysten. Siehe die Mövenpick-Partei FDP.
Kann es der Wille des Volkes/der Mehrheit sein, dass die Löhne seit Jahre nur noch für die oberen 10% steigt?
Generell erkennt man hier wie der Begriff Populismus auf Bereiche angewendet wird, auf die er gewiss nicht anzuwenden ist. Nach deren Definition von Populismus wäre es auch populistisch eine Ampel-Kennzeichnung für Lebensmittel zu fordern. Die Mehrheit in Deutschland fordert dies, jedoch wird es nicht umgesetzt, weil die Lebensmittellobby erfolgreich dagegen gekämpft hat. Sich gegen den Willen der Mehrheit durchzusetzten soll demokratisch und gut sein (und am Besten noch dabei lügen), und das zu fordern, was die Mehrheit will ist populistisch und schlecht? Und so etwas wird im Philosophischen Quartett verbreitet? Bin ich im falschen Film?!?
Noch eine Anmerkung: Ein Beispiel, dass immer wieder gerne gebracht wird ist (vor allem in Bezug zum Volksentscheid), wenn man das Volk abstimmen lassen würde/entscheiden lassen würde, wäre die Todesstrafe wieder eingeführt. Vermutlich stimmt das auch, jedoch würde das Volk auch entscheiden, dass Deutschland kein Krieg mehr führen soll. Man kann sich nicht nur ein Beispiel raussuchen, dass einem gerade passt. Auch die Konsequenzen die daraus gezogen werden sind falsch; das Volk darf nicht entscheiden, da es nicht weiß, was gut für es ist. Eigentlich sollte daraus folgen, dass man das Volk (besser) aufklären muss. Entscheidungen des Volkes, siehe Hamburg, fallen nur deshalb so desaströs aus, weil das Volk davor von den Medien (einer Kampagne) belogen/getäuscht wurde. Auch die geringe Wahlbeteiligung ist zu einem großen Teil darauf zurückzuführen, dass von den Medien die Politikverdrossenheit immer weiter geschührt wird, uns einzureden versuchen, ihr könnt ja eh nichts ändern. Wäre dies der Fall, würden wir nicht in einer Demokratie (wenn auch leider nicht in einer Perfekten) leben und hätten viele Errungenschaften nicht, wie z.B. den Kündigungsschutz, die 40-Stunden Woche uvm.