“Die Romantik ist eine Epoche, die man im allgemeinen von 1790 bis 1848 datiert. Doch auch wenn die Romantik längst zu Ende ist, ist uns das Romantische geblieben: Nie hat ein Epochenbegriff das menschliche Gefühlsleben so nachhaltig beeinflusst wie eben die Romantik. Aber was war sie eigentlich? Ein Neuanfang in Sturm und Drang? Ein Überschuss an Hormonen? Das Hochgefühl einiger genialischer Jünglinge vornehmlich deutscher Nationalität? Eine Kritik an der trockenen und lustlosen Vernunft der deutschen Aufklärung? Eine frivole Wohngemeinschaft in Jena, in der Hölderlin, Hegel und Schelling die Verhältnisse wieder zum Tanzen bringen wollen und das Zeitalter der Freiheit und der Phantasie ausrufen? War die deutsche Romantik – denken wir an Schlegel, Tieck, Novalis, Fichte, Schelling, Caspar David Friedrich – ein Sonderfall in der europäischen Kulturgeschichte? Und: Gehört die politische Romantik – mit ihrer Verherrlichung des Animalischen und der Triebe – nicht zur Vorgeschichte des Nationalsozialismus’? All diesen Fragen ist Rüdiger Safranski in seinem neuen Buch über die “Romantik” nachgegangen. Ist die Romantik wirklich eine “deutsche Affäre”, wie Safranskis Buch im Untertitel behauptet? Sind die 68er späte Nachfahren der Romantiker? Kann man heute noch – oder erst recht – Romantiker sein? Darüber unterhalten sich die Philosophen Rüdiger Safranski und Ursula Pia Jauch.”
[Quelle: www.sf.tv]