“Ein Jahrhundert ist eine Scheibe Zeit, sagt Jürgen Osterhammel. Er blickt zurück auf das 19. Jahrhundert und gewinnt daraus in einer bahnbrechend neuen Form der Geschichtsbetrachtung einen besonnenen Blick auf die neuzeitliche Globalisierung in all ihren politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Aspekten. Muss vor diesem weiten Horizont die heutige Migration in Europa beunruhigen? Muss es die rasante Entwicklung in China? Sind die aktuellen Debatten um den sogenannten Kampf der Kulturen nicht genau das, was ihren Vertretern vorgeworfen wird: letztendlich fundamentalistisch? Jürgen Osterhammel, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neuste Geschichte in Konstanz zeigt in der «Sternstunde Philosophie», wie stark die Gegenwart im 19. Jahrhundert verwurzelt und dass es zukunftsträchtig ist, sie genau zu studieren. Osterhammel hat Ende 2009 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis erhalten. Der mit 2.5 Millionen Euro dotierte Preis ist der bedeutendste deutsche Forschungspreis.”
[Quelle: www.sf.tv]