“Am 8. März 1930 ist Ernst Tugendhat im tschechischen Brünn als Sohn jüdischer Eltern geboren worden. 1938 emigrierte die Familie zuerst in die Schweiz und von da 1941 nach Venezuela. Schon früh hat sich Ernst Tugendhat – der zunächst an der kalifornischen Stanford University Klassische Philologie studiert hatte – für philosophische Fragen interessiert. 1949 dann geht der damals 19jährige zurück nach Deutschland und studiert u.a. bei Martin Heidegger in Freiburg Philosophie. Daran schliesst sich eine klassische akademische Karriere an: Tugendhat wird Professor in Heidelberg und an der Freien Universität Berlin, dazwischen arbeitet er als Philosoph am Max-Planck-Institut in Starnberg. Dennoch: Ernst Tugendhat ist keiner jener Professoren, die sich nicht in die Geschicke der Welt einmischen: Er hat sich in der Friedensbewegung und gegen die atomare Aufrüstung engagiert, er hat sich öffentlich zur Asylrechtsproblematik geäussert und zur Frage, was es bedeutet, “Als Jude in der Bundesrepublik Deutschland” zu leben. Darüber hinaus aber hat sich Ernst Tugendhat philosophisch immer wieder mit Fragen der Moral und ihrer Begründbarkeit auseinandergesetzt, mit dem Tod und mit der Euthanasie. Weshalb sollen wir moralisch handeln? Weshalb haben die Menschen immer Angst vor dem Tod? Haben Politik und Ethik etwas miteinander zu tun? Ernst Tugendhat und Ursula Pia Jauch in einem Gespräch über die klassischen “Schwergewichte” der Philosophie: Sein, Leben, Moral, Sinn, Tod – und vielleicht auch über das Glück.”
[Quelle: www.sf.tv]