“Die Logik ist ein fester Bestandteil der philosophischen Tradition. In den Dialogen Platons spielt sie eine große Rolle und Aristoteles hat sich in mehreren Schriften mit ihren Grundsätzen beschäftigt. Gerade die logischen Werke des Aristoteles, die bis ins neunzehnte Jahrhundert hinein das Studium der Philosophie bestimmt haben, decken auf, dass die Logik auf ganz bestimmten metaphysischen Voraussetzungen gründet. So drückt die Form der Aussage (Subjekt und Prädikat) die Art und Weise aus, wie über die Struktur der Wirklichkeit gedacht wird (Substanz und Akzidens). Über diese und andere metaphysische Voraussetzungen haben Denker wie Boethius, Thomas von Aquin, Wilhelm von Ockham, Kant, Hegel und Wittgenstein über die Jahrhunderte hinweg lebhaft gestritten. Den roten Faden bilden dabei zwei Fragen, die in den verschiedenen Epochen immer wieder neu gestellt werden, nämlich ‚Was ist Logik und wie verhält sie sich zur Metaphysik?‘ und ‚Wieso kann unser Denken durch Anwendung der Logik Wahres über die Wirklichkeit aussagen?‘ In der Vorlesung werde ich die verschiedenen vormodernen und modernen Positionen zu diesen beiden Fragen vorstellen und dazu Stellung beziehen.”
[Quelle: www.uni-freiburg.de]